Otmar Dresel

Fotograf

Otmar Dresel stellte sich als freischaffender Fotograf vor, der in Aquila, den Abruzzen, lebt und sich auf Alltag, Reportagefotografie und Langzeitdokumentation spezialisiert. Er präsentierte eine Reportage über einen Schäfer in München, die Teil einer größeren Geschichte über die Transformanz von L’Aquila außerhalb der Abruzzen nach Pulja ist. Otmar Dresel plant, dieses Projekt im nächsten Jahr zu fotografieren und freute sich, einen Teil dieser Geschichte mit dem Publikum teilen zu können.

Hallo, Mein Name ist Ottmar dresen. Ich bin ein freischaffender Fotograf, ich wohne in Italien, Aquila, den Abruzzen. Also, ich spezialisiere auf den Alltag.

Reportagefotografie, Langzeitdokumentation liegt mir auch ganz am Herzen und Porträtfotografie und ich stelle meine meine Reportage über einen Schäfer in München vor. Das ist Teil von einer Geschichte, die ich gerne im nächsten Jahr fotografieren will. Das ist die Transformanz von L Aquila außerhalb der Abruzzen nach Pulja. Das sind 24 km, und ich hoffe, um nächstes Jahr da mitzumachen und das zu fotografieren. Ich freue mich, dass ich einen Teil von dieser Geschichte mit euch teilen in München kann, und ich hoffe, Wir sehen uns dann die Spaß haben. Danke!

https://workinginprojects.eu/wp-content/uploads/2026/09/OTMAR-DRESEL-Lebenslauf.pdf

https://workinginprojects.eu/wp-content/uploads/2026/09/Proposal-for-2026-italian-revised-2-small.pdf

https://workinginprojects.eu/wp-content/uploads/2026/09/Portfolio-Otmar-Drese-2021-1.pdf

Otmar Dresel Otmar Dresel wurde 1968 in der Schweiz geboren und wuchs in Südafrika auf.
Seine fotografische Karriere erstreckt sich inzwischen über drei Jahrzehnte. Er ist spezialisiert auf Reportagefotografie, Langzeitdokumentationen und Porträts sowie analoge Fotografie und Entwicklung. Seine fotografische Laufbahn begann 1993, als er von Südafrika nach Deutschland kam. Zunächst arbeitete er als Fotoassistent in den Bereichen Werbung, Redaktion und Porträtfotografie, während er parallel Kommunikationswissenschaften mit dem Schwerpunkt Soziokulturelle Anthropologie studierte.
Sein Interesse an Kommunikation und Medien führte ihn zu kurzen Erfahrungen in Film, Fernsehen, Theater und Radio, bevor er seiner Leidenschaft für visuelles Storytelling und der Arbeit in der Dunkelkammer mehr und mehr nachging. 1997 begann er freiberuflich zu arbeiten und war zunächst eng mit dem Biss Magazin in München verbunden, wo er über soziale Themen berichtete. Noch im selben Jahr zog er nach London. Dort startete er mit anderen Fotografen eine Dunkelkammer-Kooperative in Brixton. Zwei Jahre später schrieb er sich am London College of Printing ein und erwarb dort ein Zertifikat in ‘Professional Photography Practice.’ In dieser Zeit sammelte er weiterhin Berufserfahrung als Assistent verschiedener Fotografen und arbeitete parallel als Architektur-, Event- und Porträtfotograf. Er realisierte auch Reportagen und Dokumentationen über die Londoner Subkulturen und das soziale Gefüge der Stadt. 
2002 zog er nach Venezuela und dokumentierte dort den Alltag unter Hugo Chávez. Er arbeitete außerdem als freier Mitarbeiter für die Presseagentur AFP und unterrichtete Schwarzweißdruck an der Grafikdesignschule Prodiseño in Caracas. Als Stipendiat von Kodak in Venezuela erstellte er eine Bilderserie für deren Website.  2004 kehrte er nach Südafrika zurück, arbeitete kurzzeitig für die Zeitung „The Sowetan“ und unterrichtete anschließend analoge Fotografie und Drucktechnik am renommierten „Market Photography Workshop“ in Johannesburg. Seit 2007 arbeitet er wieder freiberuflich für NGOs, Regierungsbehörden und lokale Redaktionen. Später beschäftigt er sich auch zunehmend mit der Videotechnik und arbeitet als Videograf für Media24. 
Nach einer intensiven Familienphase startet er 2016 in Johannesburg ein Postkartenprojekt, um seine Kunstwerke im öffentlichen Raum – sowohl informell als auch formell – leichter zugänglich zu machen. Dabei ist ihm insbesondere die Bedeutung der physischen Darstellung von Fotografien im Gegensatz zu digitalen Möglichkeiten wichtig. Das Projekt führt zu verschiedenen Kooperationen mit renommierten Buchhandlungen und Galerien in Johannesburg und Kapstadt. 
Seit 2023 lebt Otmar Dresel in L’Aquila, Italien. Dort widmet er sich wieder seiner Leidenschaft für die Schwarzweißfotografie und dokumentiert das Leben in den Abruzzen. Er produziert weiterhin Postkarten und Kunstdrucke und stellt seine Werke regelmäßig in der Region aus. Seine Arbeiten wurden von verschiedenen Bildagenturen in England und Südafrika vertreten und in Deutschland, England, Südafrika und Italien ausgestellt.  

FOTOAUSSTELLUNG „Transhumanz“

Tocale! LILA! Tocale! T-r-r-r-r-r!“, ruft Ercole und pfeift dann nach seinem Hund Lila, die versucht einige Schafe zurück in die Herde zu treiben.
Ich befinde mich am Fuße des Gran Sasso-Gebiges, wo ich Ercole begleite, der letzte Hirte von Assergi, ein Dorf im Naturschutzgebiet Gran Sasso, in der italienischen Region Abruzzen.
Ercoles Familie waren seit Generationen Hirten, doch mit ihm sollte diese Tradition enden. Ercoles Bruder, ebenfalls Hirte, hatte sich vor Kurzem von der Feldarbeit
zurückgezogen. Das Alter hat ihn eingeholt, aber er hilft noch immer im Stall mit.
Auf unserem Ausflug erzählte Ercole mir Geschichten aus vergangenen Zeiten und über das Leben als Schäfer. Meine Fantasie wanderte als er geschichten
über das einfache und naturnahen Leben als Hirt erzählte.
Heute gibt es weniger Italiener die in der Schafzucht sind als früher. Es werden heutzutage Hirten aus fernen Ländern wie der Türkei, Griechenland und Albanien
angestellt.
Die Sonne brennt, und das Gelände ist rau. Die Schafe haben gefressen und einige haben unter vereinzelten Bäumen Schatten gefunden. Auch Ercole tut
dies und sucht sich ein Plätzchen im Schatten. Er macht es sich gemütlich auf den Boden und holt sein Mittagessen aus seinem Beutel heraus – Brot, Salami und
selbstverständlich, die regionale Spezialität – Pecorino-Schafskäse. Lila sitzt ihm gegenüber und blickt auf die Schafe, die noch auf der Weide sind und wirft
Ercole ab und zu einen Blick zu. Er zieht ein Taschenmesser aus der Hose und schneidet ein Stück Salami für sie ab, bevor er eine scheibe auf sein Brot legt.
Später, nach einem kurzen Nickerchen steht der 76-Jährige langsam wieder auf.
Er und Lila treiben die Schafe erneut zusammen, um sich auf den Rückweg nach Assergi zu machen. Bei unserer Ankunft am Nachmittag im Dorf werden wir von
Ercoles Bruder empfangen, der den Stall für die zurückkehrenden Schafe rechtzeitig vorbereitet hat.
Auch Ercole ging etwa einige Zeit später in Rente. Seitdem stehen die Ställe leer, erfüllt von Stille und Erinnerungen an eine vergangene und fast vergessene
Zeit.

(Otmar Dresel)

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Otmar Dresel erzählte von seinem ersten Besuch in der Abruzzen im Jahr 2000, wo er eine Geschichte über den letzten Schäfer des Dorfes Asselji fotografierte. Er beschrieb die jährlichen Feste zur Förderung der Schäfer und die traditionelle Schaftransumanz von den Bergen in die Abruzzen und weiter nach Puglia (240 km), die seit Ewigkeit stattfindet und von Schafherden, die je nach Saison zwischen Bergen und Küste ziehen. Otmar erklärte, dass diese Tradition mit Festspielen, Folklore und Verkauf von Schafprodukten wie Pecorino-Käse und geschnitzten Schäferstöcken verbunden ist, wobei die Schafe im Frühjahr in Richtung der Berge und im September nach Puglia ziehen.

Teil 2 VIDEO-INTERVIEW